Motoröl besteht aus Grundölen und Additiven. Begriffe wie Mineralöl oder Vollsynthetik beschreiben die Basis beziehungsweise die Produktbezeichnung. Sie ersetzen weder die Viskositätsklasse noch die geforderte Fahrzeugfreigabe.
Die Grundölarten im Überblick
| Bezeichnung | Einordnung | Für die Auswahl wichtig |
|---|---|---|
| Mineralöl | Raffinierte mineralische Grundöle; in der Grundölklassifikation Gruppen I und II. | Die Eignung ergibt sich aus den Anforderungen des Motors. |
| Teilsynthetisch | Mischung mineralischer und synthetischer Grundölbestandteile. | Das Etikett allein nennt kein festes Mischungsverhältnis. |
| HC-Synthese | Stark veredelte Hydrocrack-Grundöle der Gruppe III. | Nicht mit Teilsynthetik gleichsetzen; moderne Produkte können anspruchsvolle Spezifikationen erfüllen. |
| PAO / klassische Vollsynthetik | Synthetisch hergestellte Polyalphaolefine der Gruppe IV. | Auch hier zählen die Freigaben des fertigen Öls. |
| Weitere Grundöle | Gruppe V umfasst unter anderem Ester und weitere nicht den Gruppen I bis IV zugeordnete Grundöle. | Ein Grundölbestandteil ist keine pauschale Eignungszusage. |
Warum bedeutet „synthetisch“ nicht überall dasselbe?
LIQUI MOLY weist auf unterschiedliche Bezeichnungen in Deutschland und anderen Märkten hin. Ein internationaler Aufdruck wie „fully synthetic“ lässt sich deshalb nicht ohne weitere Produktinformationen in eine exakte Grundölzusammensetzung übersetzen. Prüfen Sie die Herstellerbeschreibung und das Datenblatt.
Ist Vollsynthetik automatisch besser?
Die Grundölbasis ist nur ein Teil der Formulierung. Auch das Additivpaket und die Anforderungen der konkreten Motorspezifikation bestimmen die Leistung. Ein Öl mit passender Freigabe ist die sinnvollere Auswahl als ein vermeintlich hochwertigeres Öl ohne die verlangte Norm.
Grundölart, Viskosität und Freigabe auseinanderhalten
- Grundölart: Wie die Basis des Motoröls aufgebaut beziehungsweise hergestellt ist.
- SAE-Klasse: Das festgelegte Fließverhalten bei Kälte und im warmen Bereich, beispielsweise 5W-30.
- Spezifikationen und Freigaben: Anforderungen an das fertige Öl, beispielsweise ACEA C3 oder eine Fahrzeugherstellernorm. Eine ACEA-Klasse ist keine Fahrzeugherstellerfreigabe.
Unser Ratgeber zu Vorteilen und Grenzen synthetischer Motoröle erklärt die praktische Auswahl. Die Viskositätsübersicht hilft bei der SAE-Klasse.
Produktprofile nach Freigabe finden →
Quellen und Einordnung
Herstellerinformationen, abgeglichen am 06.10.2026:
- LIQUI MOLY: Technische Information zur Grundölklassifikation
- LIQUI MOLY: Erklärung der Produktbezeichnungen
Diese Seite erklärt die Auswahlkriterien. Maßgeblich bleiben die Vorgaben für Ihren Motor und das Datenblatt des konkreten Produkts.

